Von Rosshaar-Einlagestoffen im München des 19. Jahrhunderts bis zur intelligenten Wearable-Technologie von heute: derselbe Instinkt, von Generation zu Generation weitergegeben. Bist Du in deinem Markt nicht mehr zufrieden, dann baue Dir einen neuen auf.
Es klingt unmöglich aber genau das hat die Familie Kufner getan: nicht einmal, sondern mehrfach, über fünf Generationen hinweg. Jedes Mal schwamm Sie gegen den Strom und sicherte dabei ihren Erfolg in Ihrer Generation.
Dominik und Sofia Kufner führen KC gemeinsam und bringen zwei Familientraditionen zusammen: deutsche Ingenieurskunst und italienische Kreativität. Gemeinsam bringen sie jedes Produkt zur Perfektion.
Zusammen haben Sie eine breite Palette intelligenter Technologien entwickelt. Aktive Flüssigkeitskühlwesten ermöglichen das Arbeiten bei extremer Hitze, während Graphen-Heizsysteme die Körpertemperatur bei extremer Kälte stabil halten. Silverguard-Taschen schützen Karten vor unbefugtem Scannen. Geruchsabsorbierende Einlagen halten Kleidungsstücke frisch. TechnoBag-Handtaschen laden ein Telefon kabellos auf und verfolgen dessen Standort. NFC-Technologie verwandelt Alltagsgegenstände wie Knöpfe, Etiketten und andere physische Träger in eine Brücke zu digitalen Erlebnissen.
Mit jeder Innovation werden Produkte intelligenter, interaktiver und nützlicher im Alltag: aufbauend auf demselben Instinkt, der fünf Generationen geleitet hat. Passt einem der Markt nicht, schafft man sich einen neuen.
Jede Generation stieß zunächst auf Widerstand gegenüber neuen Ideen. Jede Generation hat sich trotzdem durchgesetzt.
Von der Bügelpresse bis zur Graphenheizung: echte Ingenieurskunst, keine Marketingkonzepte.
Von Vater-Sohn-Teams bis zu Dominik und Sofia heute: KC wurde immer von Menschen aufgebaut, die eng zusammenarbeiten.
Jede Generation stand vor derselben Entscheidung: gehe ich in einem bestehenden Markt zugrunde oder schaffe ich einen neuen. Sie haben sich für Letzteres entschieden.


Als junger Mann wurde Bartholomäus Kufner Freiheitskämpfer an der Seite Garibaldis. Nach seiner Rückkehr hat er das Familienunternehmen aufgebaut, zu einer Zeit, als Maßkleidung stark auf Wattierung angewiesen war, um Anzügen ihre Form zu geben.
Das Material funktionierte, war aber schwer, dick und steif. Die Chance bestand nicht nur darin, mehr davon herzustellen, sondern die Produktion fortschrittlicher, zuverlässiger und industrieller zu gestalten.
Bartholomäus hat verstanden, dass Technologie die Textilproduktion verändern konnte. Er war der Erste, der seine Fabrik an das Münchner Stromnetz anschloss und auf elektrischen Strom und elektrisches Licht umstellte. Die automatisierte Produktion ermöglichte es Kufner, Produkte herzustellen, die weit über Deutschland hinaus bekannt wurden.
Ein neues Produkt, auf neue Weise hergestellt, hat dazu beigetragen, einen neuen Markt zu formen.


In den frühen 1900er-Jahren hat Dominiks Urgroßvater Josef Adolf Kufner das Unternehmen übernommen. Inspiriert von Uniformen, fühlten sich immer mehr Verbraucher zu Maßanzügen hingezogen, und die Bekleidungsindustrie benötigte Einlagestoffe, die Form geben konnten, ohne das Gewicht und die Steifheit der traditionellen Wattierung.
Als Ingenieur hat Josef Adolf Kufner einen Webstuhl entwickelt, der einzelne Rosshaare als Schussfäden in Textilgewebe einziehen konnte. Dadurch entstand ein Material, das leichter als Wattierung war, dem Kleidungsstück aber dennoch die von der Schneiderei geforderte Widerstandsfähigkeit und Stabilität verlieh.
So entstanden die ersten einfädigen Rosshaarprodukte, die zu den ersten Produkten gehörten, die später als Einlagestoffe bezeichnet wurden.
Sie haben die Herrenmaßkleidung verändert und dem Unternehmen geholfen, sich nach der Zerstörung im Ersten Weltkrieg wieder aufzubauen.
Auch hier hat ein neues Produkt einen neuen Markt geschaffen.


In den 1930er-Jahren hat Dominiks Urgroßvater, Dr.-Ing. Georg Kufner, das Unternehmen übernommen. Die einfädigen Rosshaarprodukte waren ein Durchbruch gewesen, aber sie waren noch immer steif, teuer und durch die natürliche Länge des Rosshaars begrenzt.
Rosshaar, als einzelner Strang aus Mähne oder Schweif eines Pferdes, ist von Natur aus kurz. Dies begrenzte die Breite und Flexibilität der Gewebe, die produziert werden konnten.
Georg Kufner hat eine neue Art Spinnmaschine erfunden, die es ermöglichte, Rosshaare in zwei Richtungen mit Baumwollfäden zu umwickeln und so ein endloses Rosshaargarn zu schaffen. Dies eröffnete den Weg zu gezwirnten Rosshaar-Einlagestoffen in größeren Breiten, als es die natürliche Länge des Rosshaars zuließ.
Es war eine große Rationalisierung, aber auch eine wichtige Produktverbesserung. Einlagestoffe konnten nun weniger steif, natürlich widerstandsfähiger und deutlich günstiger werden.
In den folgenden Jahren wurden die früheren einfädigen Rosshaarprodukte auf dem Weltmarkt vollständig ersetzt.
Auch hier hat ein neues Produkt einen neuen Markt geschaffen.
Diese Innovation hat dem Unternehmen auch geholfen, den Zweiten Weltkrieg zu überleben, trotz der Zerstörung der meisten Kufner-Fabriken. Der Familienüberlieferung zufolge hat Georg Kufner sich und seine Familie zudem in Gefahr gebracht, indem er heimlich jüdische Arbeiter vor den Nazis schützte. Dies zwang ihn und seine Familie zur Flucht in die Tschechoslowakei, wo er noch eine Fabrik besaß.


Die Nachfolge kam plötzlich. Georg und Joseph Kufner waren noch junge Männer, als ihr Vater verstarb, und sie mussten die Verantwortung für ein Unternehmen übernehmen, das bereits Krieg, Zerstörung und Wiederaufbau überstanden hatte.
Zu diesem Zeitpunkt waren Einlagestoffe allmählich leichter geworden. Rosshaar wurde nach und nach durch Wolle, Viskose und Ziegenhaar ersetzt oder damit gemischt. Doch der grundlegende Prozess der Kleidungsherstellung hatte sich nicht ausreichend verändert.
Einlagestoffe wurden noch immer von Hand in Anzüge eingeheftet. Das war langsam, teuer und arbeitsintensiv. Die Bekleidungsindustrie brauchte eine neue Lösung. Die Schneiderei musste effizienter und industrieller werden, ohne an Qualität zu verlieren.
Joseph Kufner glaubte, dass Einlagestoffe mit einem hitzeaktivierten Klebstoff punktweise beschichtet und mit Stoffen verklebt werden könnten. Für viele in seinem Umfeld klang das unrealistisch.
Sogar einige seiner eigenen Ingenieure waren anderer Meinung und kündigten. Aber Joseph Kufner hat über die technischen Schwierigkeiten hinausgeblickt und weiter an einer breiteren Palette von Fixiereinlagen gearbeitet.
Es blieb jedoch ein großes Problem: Bekleidungsfabriken hatten keine praktische Möglichkeit, sie zu verkleben. Also besuchte Joseph einen Freund, dem ein führendes Unternehmen für Pressmaschinen namens Kannengiesser gehörte, und bat ihn, eine der ersten industriellen Bügelpressen für die Bekleidungsproduktion zu entwickeln.
Als der Prototyp fertig war, hat Joseph einen anderen Freund, den Besitzer des Bayerischen Hofs, Münchens luxuriösestem Hotel, gebeten, ihm zu erlauben, die schwere Industriemaschine im eleganten Ballsaal des Hotels aufzustellen.
Er hat seine Kunden eingeladen und eine Revolution vorgestellt: Fixiereinlagen, die Bekleidungsfabriken mit einer neu entwickelten Bügelpresse verarbeiten konnten. Die Gäste genossen das Essen, aber viele blieben offen skeptisch.
Dann wagte ein Kunde den Schritt. Dann der zweite. Dann der dritte.
Innerhalb weniger Jahre wurden Fixiereinlagen zum neuen Industriestandard, und Bügelpressen wurden in Bekleidungsfabriken in ganz Deutschland und weit darüber hinaus installiert. Mehr als 50 traditionelle Wettbewerber, die weiterhin nur Haar-Einlagestoffe produziert hatten, verschwanden, wurden übernommen oder mussten der neuen Technologie folgen.
Auch hier hat ein neues Produkt einen neuen Markt geschaffen.


Zu jener Zeit veränderte sich die Mode erneut. Kleidungsstücke und Oberstoffe wurden weicher, leichter und elastischer, doch viele traditionelle Einlagestoffe konnten sich dieser neuen Bewegung nicht natürlich anpassen.
Dominik hat elastische Fixiereinlagen entwickelt, die dem Verhalten des Oberstoffs genauer folgten. Dies hat ein neues Niveau an Weichheit, Sicherheit und Flexibilität in der Kleidungskonstruktion geschaffen.
Viele klassische Verklebungsprobleme wurden deutlich reduziert oder beseitigt. Was einst eine neue und ungewöhnliche Idee war, wurde allmählich zu einem Standard in weiten Teilen der globalen Bekleidungsindustrie.
Viele Jahre lang ist Dominik von Tür zu Tür gegangen und hat diese Entwicklungen Bekleidungsunternehmen auf der ganzen Welt vorgestellt. Er hat die anfängliche Zurückhaltung, die Zweifel und den langsamen Übergang erlebt, der darauf folgte. Er hat gelernt, dass Produktentwicklung zu Beginn fast immer auf Widerstand stößt.
Aber er hat auch etwas Wichtigeres gelernt: Wenn ein neues Produkt genug Sinn ergibt, findet es letztlich seinen Weg in den Markt. Und wenn das geschieht, kann sich der Markt dauerhaft verändern.
Auch hier hat ein neues Produkt einen neuen Markt geschaffen. Rückblickend hat Dominik erkannt, dass sein Vater recht hatte. Wenn die Entwicklung gut genug ist, können auch kleine und mittlere Unternehmen ihre eigenen Märkte schaffen.


Für Dominik markierte der Verkauf des Unternehmens Kufner ebenfalls einen Wendepunkt. Er hatte das Gefühl, dass der traditionelle Bereich der Einlagestoffe bereits auf einem sehr hohen Niveau entwickelt war und dass die nächste bedeutende Innovation über die Grenzen dieses Marktes hinausgehen müsste.
Zusammen mit Sofia Cinel hat er KC Textil in München gegründet. Der Name KC stammte ursprünglich von Kufner-Cinel, und die Mission des neuen Unternehmens war es, die Innovation in der Mode- und Textilindustrie fortzusetzen, jedoch auf offenere und flexiblere Weise.
Die historischen Kufner-Unternehmen waren stets von ihren eigenen Fabriken geprägt gewesen und von der Frage, was innerhalb dieser Fabriken produziert werden konnte. KC war anders. Seine Entwicklungen waren nicht mehr durch ein einziges Produktionssystem, eine Produktkategorie oder eine Materialtechnologie begrenzt.
Von Anfang an hat KC an langfristigen Produkt- und Marktentwicklungsprojekten für internationale Textil-, Einlagestoff- und Bekleidungsunternehmen gearbeitet, darunter Ilshin, Motives, Haama und Chargeurs. Gleichzeitig haben Dominik und Sofia nach und nach ein breiteres Innovationsportfolio aufgebaut, das auf der Idee beruhte, dass Kleidungsstücke und Accessoires mehr können sollten, als nur zu bedecken, zu formen oder zu verzieren.
Das Unternehmen hat ein Netzwerk aus spezialisierten Partnern und Lieferanten aufgebaut und Erfahrung in den Bereichen kabelloses Laden, Heizen, Kühlen, Beleuchtung, NFC-Komponenten, silberbasierter Schutz, Aktivkohletextilien, Smart Handbags, GPS-Tracker, intelligentes Headwear und viele weitere funktionale Produktideen gesammelt.
Die Eröffnung des Büros in Shenzhen im Jahr 2016 hat es einfacher gemacht, viele dieser Entwicklungen zu koordinieren, zu industrialisieren und in großem Maßstab zu produzieren.
Auch hier hat eine neue Produktrichtung den Weg zu einem neuen Markt geöffnet.


Im Jahr 2020 haben Dominik und Sofia KC Wearable Technologies Srl in Italien gegründet, vollständig ausgerichtet auf Wearable-Technologien, intelligente Textilien und funktionale Komponenten für Kleidungsstücke und Accessoires.
Bis heute hat KC mit mehr als 50 führenden Mode-, Arbeitskleidungs- und Funktionsbekleidungsunternehmen weltweit zusammengearbeitet. Was als Schritt über die Einlagestoffe hinaus begann, ist zu einer breiteren Mission geworden: neue Funktionen in Kleidung und Accessoires zu schaffen und die Komponentenpakete zu entwickeln, die es Marken und Herstellern ermöglichen, sie in ihre eigenen Produkte zu integrieren.
Zu den Vorzeigeentwicklungen von KC gehören CoolStream, Heatcore, OdAbsorb, NFC-Accessoires, Silverguard-Taschen, kabellose Ladesysteme und Smart Bags. Die einzelnen Technologien sind unterschiedlich, aber die Idee dahinter ist dieselbe: Kleidung und Accessoires sollen nicht länger auf das beschränkt sein, was sie immer schon getan haben.
Für die Familie Kufner ist dies kein Bruch mit der Vergangenheit. Es ist die Fortsetzung derselben Geschichte.
Zuerst gaben Textilien Kleidungsstücken Struktur. Dann wurden Einlagestoffe leichter. Dann wurden sie zum Aufbügeln. Dann wurden sie elastisch.
Heute fragt sich KC, was Kleidung und Accessoires werden können, wenn neue Funktionen von Anfang an integriert werden.
Auch hier geht es nicht nur darum, ein bestehendes Produkt zu verbessern.
Es geht darum, neue Möglichkeiten zu schaffen, und mit ihnen neue Märkte.
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